Industrielle HMIs in sicherheitsrelevanten Anwendungen von Leitständen

Im Gegensatz zur Büroumgebung fordert eine raue Industrieumgebung erheblich mehr von den dort eingesetzten Bildschirmen. Die Anforderungen an die Robustheit der Geräte sowie eine hohe Kontrastfähigkeit und Detailtreue der Displays stehen auf der Anforderungsliste ganz oben. Qualität ist ebenfalls ein wichtiges Kriterium, denn Industriemonitore sollen störungsfrei, zuverlässig und möglichst lange im Produktionsumfeld oder in kritischen Industriebereichen ihre Arbeit verrichten.

 

Der Markt bietet eine breite Modellpalette von integrierten Monitoren bis hin zu Großbildschirmen für den Innen- und Außenbereich mit Breitbild- oder Standardformat. Industriemonitore laufen mit einem besonders robusten Gehäuse vom Band und sind hochgradig vor Schmutz und Feuchtigkeit geschützt. Das Internet der Dinge (IoT) und die aktuellen Entwicklungen im Bereich Industrie 4.0 geben dem Markt für Industriemonitore einen weiteren Schub. Ob in der Fertigung, bei der Überwachung kritischer Umgebungen oder in der Logistik (um nur einige Beispiele zu nennen), überall werden robuste Monitore zur Prozessvisualisierung eingesetzt.

 

Flexible Einbaumöglichkeiten erweitern das Einsatzspektrum

Industriemonitore eignen sich für den Stand-alone-Betrieb, können aber auch in einem Schaltschrank oder in einer Überwachungswand installiert werden. So nutzt die Österreichische Bundesbahn (ÖBB) für ihre fünf Betriebsleitstellen (BFZ) in Wien, Linz, Salzburg, Innsbruck und Villach eine Monitorwand für die technische und organisatorische Betreuung der Streckenabschnitte in der Alpenrepublik. Die rund 200 Arbeitsplätze der Disponenten waren mit den neuesten Monitoren und einem Touch-Panel-PC von S&T ausgestattet, den Kontron unter den Produktnamen FlatClient "(Panel PC) und FlatView" (Industrial Monitor) vermarktet.

 

Die Arbeitsplätze der ÖBB unterliegen dem österreichischen Bundesarbeitsschutzgesetz, weshalb die Monitore den strengen gesetzlichen Anforderungen an Computerarbeitsplätze entsprechen müssen. Um die Sicherheitsfunktionen sicher und zuverlässig anzeigen zu können, muss der Safety Integrity Level (SIL) eingehalten werden, damit auch für Sicherheitsfunktionen, beispielsweise von Stellwerksbedienoberflächen, eine sichere und zuverlässige Anzeige gewährleistet ist. So müssen Monitore in Anwendungen mit bestimmten Stellwerksbauarten den höchsten Sicherheits-Integritätslevel, SIL4, erfüllen, um ein Höchstmaß an Zuverlässigkeit zu garantieren.

 

Mensch und Maschine arbeiten Hand in Hand

An den Arbeitstischen der ÖBB, die mit einer Monitorwand ausgestattet sind, sorgen die Mitarbeiter für eine sichere und pünktliche Abfertigung des Zugverkehrs sowie den Betrieb der Stellwerke. Auch die Zugplanung für ganze Streckenabschnitte wird hier übernommen, wobei ein Teil der Prozesse automatisiert ist. An den Arbeitsplätzen haben die Mitarbeiter immer einzelne Bereiche im Blick und müssen gegebenenfalls auch vorausschauend handeln, um den reibungslosen Verkehrsfluss sicherzustellen.

 

Ergonomie und Benutzerfreundlichkeit sind unerlässlich

Das Bedienen mit mehreren Bildschirmen stellt hohe Anforderungen an die Disponenten. Aus diesem Grund legt die ÖBB großen Wert auf eine ergonomische Ausrichtung der Arbeitsplätze, um die Arbeitsbedingungen möglichst mitarbeiterfreundlich zu gestalten. Dazu gehört die einfache Bedienbarkeit der Geräte ebenso, wie die Möglichkeit, individuelle Einstellungen einfach und ohne großen Aufwand vornehmen zu können. Diese Vorgehensweise muss zeitnah und ohne großen Aufwand möglich sein, damit der Arbeitsablauf nicht beeinträchtigt wird.

 

Für jeden Tisch wurde ein autarkes Betriebsnetz mit eigenem Netzwerkprotokoll implementiert, das von außen nicht zugänglich ist. Vielmehr werden die Monitore von einer Steuereinheit, einem Panel-PC von S&T, gesteuert, der fest in einer Schublade des Arbeitstisches integriert ist. Mit dieser Steuereinheit lassen sich individuelle Anwenderparameter generieren, die in wenigen einfachen Schritten eingestellt oder auf ihre ursprünglichen Werte zurückgesetzt werden können.

 

Die modernen Industriemonitore sind in den Betriebsführungszentralen der ÖBB rund um die Uhr im Einsatz und erfüllen sämtliche Anforderungen, die in einem komplexen Umfeld mit mehr als einem aktiv zu bedienenden Monitor gefragt sind. Die Bilddarstellung ist an den Bedientischen in den Leitwarten essentiell, denn die DisponentInnen müssen sich auf den Inhalt eines gezeigten Bildes verlassen können, um entsprechend reagieren zu können. Die Validität der Darstellung ist eine wichtige Voraussetzung für die Sicherheit im Streckennetz, die bei der ÖBB rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr gewährleisten sein muss.

 

Bilder: Österreichische Bundesbahn (ÖBB)

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